Kampf gegen die Spielautomaten wird fortgesetzt

Bereits Anfang des Jahres berichteten wir vom Kampf der Berliner Behörden gegen die sich stark ausbreitende Zahl von Spielhallen. Nach der Novelle des Glücksspielgesetzes vor einigen Jahren schossen diese wie Pilze aus dem Boden und sorgten für Unmut in weiten Teilen der Bevölkerung.

Seit knapp 5 Jahren kämpft der Berliner Senat nun schon gegen dieses Phänomen. Beginnend unter der rot-roten Regierung setzt die aktuelle schwarz-rote Koalition den Kampf fort. Zu offensichtlich war der Verfall ganzer Quartiere und Straßenzüge, in den oftmals eine Spielhalle direkt an die andere grenzte. Insbesondere die Anwohnerschaft litt unter dem Publikum, aber auch unter der allgemeinen Entwicklung: Denn eine solche Umgebung wirkte sich auch nicht gerade positiv auf die Vermietung leerer Ladenlokale aus.

Das aktuelle Berliner Spielhallengesetz hatte im Wesentlichen zwei Kernpunkte zu bieten. Erstens sollte der Abstand zwischen zwei Spielotheken vergrößert und damit die Ansiedlung weiterer Spielbetriebe verhindert werden. In einem weiteren Schritt wurde beschlossen, die Anzahl der Geräte pro Spielhalle von 12 auf 8 zu reduzieren. Letztere Maßnahme tritt dieser Kraft und hat vor allem zum Ziel, die Gesamtzahl der Automaten deutlich zu reduzieren.

Betreiber nutzen Lücken

Um einen wirkungsvollen Spielerschutz zu gewähren und aktiver gegen Geldwäsche vorzugehen, kann es allein dabei allerdings nicht bleiben. Bemängelt wird, dass viele Betreiber ihr Geschäft in sogenannte „Casino-Cafés“ verlagern. Dabei handelt es sich um nichts weiter als Scheingaststätten, deren erstes Ziel wohl eher der Umsatz mit Spielautomaten, und weniger der Fokus auf Speisen und Getränke ist. Ein weiterer Vorteil der Casino-Cafés ist auch der Ausschank von alkoholischen Getränken, welcher ja in herkömmlichen Spielhallen nicht gestattet ist.

Ob gegen diese Entwicklung auf Bundeseben vorgegangen wird, oder es doch bei einem Berliner Alleingang bleibt, ist derzeit noch vollkommen offen. Fest steht aber, dass der gegenwärtigen Entwicklung begegnet werden muss. Denn im Gegensatz zu richtigen Spielbanken und Online-Casinos kann in den Spielotheken kein aktiver Spielerschutz gewährleistet werden.