Spielhallen Tricks: Politik sagt Spielautomaten-Betreibern den Kampf an

Spielhallen werden es in Zukunft deutlich schwieriger haben. Denn die Bundesregierung möchte das „kleine Glücksspiel“ stärker einschränken um so den Spielerschutz zu erhöhen. Im Visier dabei: Das sogenannte Punktesystem.

Aktuell gibt es zwar noch keine konkreten Zeitvorgaben, aber inhaltlich ist schon einiges bekannt. So soll unter anderem das Punktespiel, mit dessen Hilfe die Spielautomatenindustrie bestehende Regeln des Glücksspielstaatsvertrages unterläuft, in Zukunft verboten sein. Für Spielhallenbetreiber aber auch die großen Hersteller wie Merkur oder die Novomatic AG dürfte dies weitreichende Folgend haben.

Punktesystem hebelt jegliche Regelung aus

Denn das Spiel um Punkte statt um Geld war ein großer Clou der Spielautomaten-Branche. Der Gesetzgeber sieht aktuell zwar einen Maximalverlust und –gewinn pro Stunde vor. Auch die Einsatzhöhe soll dadurch beschränkt werden, dass nur alle paar Sekunden 20 Cent gesetzt werden können. Doch das Punktesystem verwässert diese Vorgaben.

Wirft der Spieler in einer beliebigen Spielothek heute Geld in einen Automaten, so wird dieses in Punkte umgewandelt. Fortan gelten dann die Regelungen zum Spielerschutz nicht mehr. Und dieses System wird von vielen Spielern, insbesondere Süchtigen genutzt. Wer so beispielsweise gleichzeitig an 5 Spielautomaten zockt, kann schneller und mit höheren Einsätzen (bis zu 4 € an den Slots, noch mehr beim Roulette) spielen, da die restlichen Automaten an denen man gerade nicht spielt, das Geld nach und nach in Punkte umwandeln.

Kleines Glücksspiel artet aus

Keine Frage: Die zunehmende Anzahl an Spielhallen und Spielsüchtigen zeigt, dass etwas getan werden muss. Denn ist der Spielerschutz in staatlichen Spielbanken und auch vielen Online-Casinos gewährleistet: In Spielhallen gibt es nahezu keine Kontrolle über das Geschehen.

Und so wird es wohl nicht beim Verbot des Punktesystems bleiben. Um die Anzahl der Geldspielgeräte noch weiter zu reduzieren sollen Gaststätten und Imbisse in Zukunft nur noch 2 statt bisher 3 Automaten aufhängen dürfen. Zudem soll der maximal mögliche Verlust pro Automat und Stunde von bisher 80 auf 60 € herabgesetzt und die Gewinnhöhe von 500 auf 400 € gedrosselt werden.

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Abstecher in die Spielothek

Merkur El ToreroWer regelmäßig unser Blog besucht wird sich jetzt wundern, hatten wir den Spielhallen doch längst abgeschworen (wir berichteten). Manchmal aber wird man schwach, so wie gestern der Durchreise. In der Ruhrstadt Hagen machten wie einen Halt und besuchten das „Casino Fuxx“.

Unserer Recherche ergab übrigens, dass es sich dabei um eine Kette handelt. Casino Fuxx ist an mehreren Standorten in dieser Region anzutreffen und bietet wirklich viele verschiedene Geräte an. Dabei bedient sich diese Spielhalle eines gängigen Tricks: Man mietet eine Halle, unterteilt diese in 4 Bereiche mit je einem Eingang und schon hat man quasi 4 Betriebe und eben auch die 4fache Menge an Spielautomaten. Für den Kunden ist das ganz nett, aber auch umständlich. Denn möchte man in einen anderen Hallenbereich wechseln muss man erst mal raus und durch den nächsten Eingang wieder rein. Nun gut, so möchte es der Gesetzgeber.

Abgesehen von etwas langen Wegen war aber soweit alles in Ordnung. Das Casino Fuxx liegt in einem Gewerbegebiet im Stadtteil Hagen-Haspe. In direkter Umgebung war neben diversen Autohändlern, Lidl und Trinkgut auch eine Burger King Filiale zu finden – nicht sehr gesund, aber Fast Food und zocken passen doch recht nett zueinander.

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Angenehmes Ambiente

Gesagt, getan und mit dem Cheeseburger in der Hand auf in das Casino Fuxx. Der erste Eindruck überraschte positiv: Ein sehr annehmliches Ambiete und großzügige Flächen luden zum Verweilen ein. Alles wirkte sehr sauber und ordentlich, gerade auch was das WC anging könnte sich die Deutsche Bahn gut mal etwas abgucken. Das Personal war spitze: Freundlich und zuvorkommend wurden wir direkt empfangen und mit Kaffee und Bonbons verwöhnt. Als alte Vegas Hasen wissen wir das es auch besser geht. Denn in der US-amerikanischen Glücksspielmetropole werden auch alkoholische Getränke jeder Art ausgeschenkt. Schade das dies hier zu Lande verboten ist – es hätte uns deutlich länger dort gehalten.

Apropos gehalten: Gehalten haben uns zwei Merkur Automaten. Neben einer sehr großen Anzahl an Novoline und Bally Wulff Geräten gab es auch die bekannten Merkur Magie Geräte. Dort nahmen wir Platz und forderten Fortuna heraus.

Ein kurzweiliges Vergnügen

Um auf den ersten Absatz unseres Artikels zurück zu kommen: Wir blieben brav und riskierten nicht zuviel. 10 € und that´s it, kurz aber gut. Denn eines steht nach wie vor fest: Trotz der gesetzlichen Regelungen in Form der Spielverordnungen kann man in Deutschlands Spielhallen enorm viel Geld verlieren. Wer sich bspw. entscheidet an mehreren Geräten gleichzeitig zu spielen, hebelt die gesetzliche Verlustgrenze komplett aus. Eine Gefahr, die (bedenkt man welche Klientel üblicherweise in Spielotheken anzutreffen ist), besonders die Unterschicht trifft.

Der erste Automat war wenig offen für uns, den 5er mit dem wir ihn speisten, hat er schnell geschluckt und das ohne nennenswerten Gewinn. Gespielt haben wir wie immer an unserem Lieblingsspiel „El Torero“. Mit Einsätzen zwischen 0,10-0,20 € war dann auch schnell Feierabend. Das Kartenrisiko brachte ebenfalls nichts ein und die Risikoleiter war auf unser häufiges Drücken hin auch kaum empfänglich – dem Spitzengewinn von 140 € konnten wir uns nicht im Geringsten annähern.

Interessanter wurde unsere Session am zweiten Gerät. Dort lag der Mindesteinsatz bei 0,20 €, was uns etwas erstaunt hat. Bisher haben wir bei Merkur stets einen Minimumeinsatz von 0,10 € gesehen. Aber egal: Geld rein und los ging´s mit weiteren 5 €. Die Freispiele kamen dann auch vergleichsweise schnell und haben mit 39 € ganz ordentlich bezahlt, immerhin knapp 200x unser Einsatz was total in Ordnung geht. Allen Neulingen sei übrigens gesagt, dass man beim Spiel El Torero im Feature 10 Freispiele gewinnt, sofern 3 Stiere auf dem Display erscheinen. Innerhalb der Freispiele bleibt das Haupt- bzw. Wildsymbol, der Torero, am Bildschirm stehen. So können sich mitunter enorme Gewinne ergeben, wie dieses Video zeigt:

Wir jedenfalls waren ganz zufrieden. Für gewöhnlich erwartet man als Spieler keine Gewinne, aber ein Reingewinn von knapp 29 € war dann doch mal ganz nett. Das große Geld? Nein, natürlich nicht. Aber immerhin mal ein Tag, an dem man das Casino nicht als Verlierer verlässt.

Wir wünschen euch allzeit einen guten Treffer!

Kampf gegen die Spielautomaten wird fortgesetzt

Bereits Anfang des Jahres berichteten wir vom Kampf der Berliner Behörden gegen die sich stark ausbreitende Zahl von Spielhallen. Nach der Novelle des Glücksspielgesetzes vor einigen Jahren schossen diese wie Pilze aus dem Boden und sorgten für Unmut in weiten Teilen der Bevölkerung.

Seit knapp 5 Jahren kämpft der Berliner Senat nun schon gegen dieses Phänomen. Beginnend unter der rot-roten Regierung setzt die aktuelle schwarz-rote Koalition den Kampf fort. Zu offensichtlich war der Verfall ganzer Quartiere und Straßenzüge, in den oftmals eine Spielhalle direkt an die andere grenzte. Insbesondere die Anwohnerschaft litt unter dem Publikum, aber auch unter der allgemeinen Entwicklung: Denn eine solche Umgebung wirkte sich auch nicht gerade positiv auf die Vermietung leerer Ladenlokale aus.

Das aktuelle Berliner Spielhallengesetz hatte im Wesentlichen zwei Kernpunkte zu bieten. Erstens sollte der Abstand zwischen zwei Spielotheken vergrößert und damit die Ansiedlung weiterer Spielbetriebe verhindert werden. In einem weiteren Schritt wurde beschlossen, die Anzahl der Geräte pro Spielhalle von 12 auf 8 zu reduzieren. Letztere Maßnahme tritt dieser Kraft und hat vor allem zum Ziel, die Gesamtzahl der Automaten deutlich zu reduzieren.

Betreiber nutzen Lücken

Um einen wirkungsvollen Spielerschutz zu gewähren und aktiver gegen Geldwäsche vorzugehen, kann es allein dabei allerdings nicht bleiben. Bemängelt wird, dass viele Betreiber ihr Geschäft in sogenannte „Casino-Cafés“ verlagern. Dabei handelt es sich um nichts weiter als Scheingaststätten, deren erstes Ziel wohl eher der Umsatz mit Spielautomaten, und weniger der Fokus auf Speisen und Getränke ist. Ein weiterer Vorteil der Casino-Cafés ist auch der Ausschank von alkoholischen Getränken, welcher ja in herkömmlichen Spielhallen nicht gestattet ist.

Ob gegen diese Entwicklung auf Bundeseben vorgegangen wird, oder es doch bei einem Berliner Alleingang bleibt, ist derzeit noch vollkommen offen. Fest steht aber, dass der gegenwärtigen Entwicklung begegnet werden muss. Denn im Gegensatz zu richtigen Spielbanken und Online-Casinos kann in den Spielotheken kein aktiver Spielerschutz gewährleistet werden.