Neue Studie: Glücksspiel im Internet fördert Spielsucht nicht

Das Glücksspiel im Internet wuchs in den vergangenen Jahren kräftig und immer mehr Spieler wagen ihr Glück in einem Online-Casino oder schließen Sportwetten im Netz ab. Keine besondere Gefährdung, belegt jetzt eine australische Studie.

Das Netz hat sich gemacht. Seit den ersten Online-Casinos Ende der 90er Jahre hat sich der Markt rasant entwickelt. Heute können Spieler, Wetter und sonstige Glücksritter und einer Vielzahl von Casinos und Buchmachern wählen – bequem von Zuhause, einfach in der Bedienung und vor allem auch günstiger als in herkömmlichen Spielbanken und Wettbüros geht es online zu.

Der Fortschritt macht sich nicht nur in der Anzahl der Casinos bemerkbar. Auch die Spiele selbst, deren Grafik und Gesamtdesign immer aufwendiger wird, tun ihr Übriges. Nicht zuletzt sind es auch neue Casinoerlebnisse, die die Spieler im Netz begeistern: Mobile Gaming auf dem Smartphone oder sogar das Live Casino, in dem man mit echten Dealern (per Videoübertragung) spielen kann – alles kein Problem.

Wachstum ruft Gegner hervor

Natürlich ist das rasante Wachstum auch an den Gegnern des Glücksspiels nicht vorbeigegangen. Kritiker verweisen regelmäßig auf die Gefahren des Spiels. Besonders im Internet sei der Spieler nach Meinung vieler nicht geschützt, nein, gar sich selbst hoffnungslos ausgeliefert.

Dabei ist bis jetzt gar nicht geklärt inwieweit bzw. ob das Spiel im Internet überhaupt gefährlicher ist als das herkömmliche Spiel. So verfügen heute nahezu alle ordentlich lizensierten Online-Casinos und Buchmacher über umfangreiche Aufklärungsseiten und geben Spieler darüber hinaus, die Möglichkeit, die Höhe ihrer Einzahlungen zu limitieren oder scih selbst vom Spiel auszuschließen – eine Möglichkeit die keine Spielhalle um die Ecke bietet.

Australische Studie verneint erhöhte Gefahr von Online-Glücksspielen

Dr. Sally Gainsbury

Dr. Sally Gainsbury, SC-U of Sydney

Und so wundert es uns dieser Tage auch nicht, dass die australische Wissenschaftlerin Dr. Sally Gainsbury mit einer gerade veröffentlichen Studie belegt, dass das Spiel im Internet nicht mehr süchtig machen kann, als das Spiel in Spielbanken oder Spielhallen.

Kernpunkt ihrer Studie ist der Zusammenhang vom iGaming und der Entwicklung von Spielsucht. Im Ergebnis konnte festgestellt werden, dass es keine konkreten Hinweise darauf gab, das gerade Online-Glücksspiele eine Spielsucht besonders fördern bzw. entstehen lassen können. Suchtspieler entwickeln nach Dr. Gainsbury ihr problematisches Verhalten in aller Regel offline und transferieren ihre Probleme dann in das Internet, wo sie oftmals weiter bzw. parallel spielen.

In einem weiteren Aspekt geht sie auch auf die bereits weiter oben angesprochenen Möglichkeiten der Selbstkontrolle ein: Insbesondere Online-Casinos mit europäischer Lizenz bieten ihren Spielern alle Hebel, um ein problematisches Spiel einzuschränken bzw. gar nicht erst aufkommen zu lassen – fair gaming!

Direktlink: Dr. Sally Gainsbury, Southern Cross University of Sydney

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Thema Spielsucht – eine Umfrage

Die Uni Bremen veranstaltet zur Zeit eine Umfrage zum Thema Spielsucht. Insbesondere geht es um Problemspieler in den lokalen Spielhallen. Wir würden Euch bitten kurz teilzunehmen.

Nichts geht mehr

Hier die Details:

Die Universität Bremen und das Institut für interdisziplinäre Sucht- und Drogenforschung Hamburg führen aktuell ein Forschungsprojekt zur Früherkennung von Problemspielern in Spielhallen durch. Übergeordnetes Ziel ist es, eine wissenschaftlich fundierte Liste von geeigneten Erkennungsmerkmalen eines problematischen Spielverhaltens zu erstellen. Für diesen Zweck wurde ein Fragebogen entwickelt und ins Internet gestellt.

Dieser Online-Fragebogen ist unter

http://spielerumfrage.isd-hamburg.de/

einsehbar und richtet sich an alle aktiven oder ehemals aktiven Automatenspieler. Aus forschungstechnischen Gründen sollten die aktiven Spielerfahrungen in Spielhallen bei den Klienten nicht länger als maximal 1 Jahr zurückliegen.

Um eine hinreichende Anzahl an Rückmeldungen zu erhalten, bitten die Forscher der Universität Bremen und des ISD-Hamburg um eine möglichst hohe Beteiligung an der Forschungsstudie. Selbstverständlich ist die Befragung anonym!

Vielen Dank für die Unterstützung!


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